Pädagogisches Konzept für die Offene Ganztagsschule in Süderneuland

Die Umgestaltung der Grundschule Süderneuland zu einer Ganztagsgrundschule ist die konsequente Weiterentwicklung des bisherigen Nachmittagsangebotes (freiwillige Arbeitsgemeinschaften und Hausaufgabenbetreuung) an unserer Schule.

Die große Inanspruchnahme dieser Angebote sowie das Ergebnis einer Ende 2008 durchgeführten Elternbefragung bestärkten uns darin, die Offene Ganztagsschule zu beantragen.

Im Leitbild unserer Schule werden u. a. folgende Prinzipien unserer Arbeit formuliert:

• Förderung von Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl der SchülerInnen
durch Bewusstmachung und Anerkennung persönlicher Qualitäten
• Erziehung zu Rücksichtnahme und Toleranz
• Ausbau außerschulischer Kontakte zur Erweiterung des Bildungsangebotes

Diesen Prinzipien kann durch eine Offene Ganztagsschule Rechnung getragen werden:

• Den Schülern werden Lern- und Freizeitangebote gemacht, in denen sie
ihre individuellen Interessen und Begabungen einbringen und ausbauen
können.
• Durch die nachmittäglichen (oft freizeitorientierten) Angebote wird die
Schule noch mehr zu einer Stätte sozialer Begegnung, in der die Kinder
lernen, tolerant, freundlich und hilfsbereit miteinander umzugehen.
• Partner aus Sport und Kultur unterstützen die Öffnung von Schule nach
außen und ermöglichen den Schülern die Aufnahme neuer Ideen und viel-
fältige Erfahrungen.

Grundsätzlich angestrebte Zielvorstellungen

• Die Grundschule Süderneuland möchte ein durchgehend strukturiertes
Angebot an mindestens drei Wochentagen in der Zeit von ca. 08.00 Uhr
bis 15.30 Uhr anbieten.
• Durch einen längeren Aufenthalt in der Schule erfahren und erleben die
SchülerInnen einen geregelten Tagesablauf mit Mittagessen, Ruhe- und
Entspannungsphasen, Hausaufgabenbetreuung und sinnvoller Freizeit-
gestaltung.
• SchülerInnen sollen ein qualifiziertes Bildungs- und Erziehungsangebot
nicht nur am Vormittag, sondern auf Wunsch auch am Nachmittag erhal-
ten. Somit bietet die Schule neue Lern- und Freizeitangebote sowie
Hausaufgabenhilfe, die in einem konzeptionellen Zusammenhang stehen,
an einem Ort.

Pädagogische Ziele

• Kinder von heute wachsen in veränderten Familienstrukturen auf. In unse-
rem Einzugsgebiet sind zahlreiche Eltern beide berufstätig. Zudem leben
viele Kinder in Einelternfamilien. Vor allem diesen Kindern möchte die
Offene Ganztagsschule längere Aufenthaltszeiten mit geregeltem Tages-
ablauf und sinnvoller Betreuung ermöglichen.
• Die Erfahrung mit den bisherigen Arbeitsgemeinschaften hat gezeigt,
dass auch alle anderen Kinder ein erweitertes Freizeitangebot gerne in
Anspruch nehmen.
• Im Sinne einer gesundheitsbewussten Erziehung sollen Bewegung, Spiel,
Sport und gesunde Ernährung innerhalb der Nachmittagsangebote einen
hohen Stellenwert einnehmen, um so dem zunehmenden Bewegungsmangel
entgegenzuwirken.
• Kinder von heute wachsen unter sehr unterschiedlichen Lebensbedingun-
gen auf. Manche Kinder erleben Arbeitslosigkeit hautnah, andere Kinder wachsen
mit steigendem Wohlstand auf. Ein anregungsarmes bzw. anregungsreiches
Elternhaus wirkt sich auf die kindliche Entwicklung aus. Diese unter-
schiedlichen Start- und Rahmenbedingungen können zumindest teilweise
durch zusätzliche Hilfen und ausgewählte Angebote am Nachmittag auf-
gefangen werden. Auch die Möglichkeit, an kulturellen und sportlichen
Aktivitäten teilzunehmen, wird gerade für Kinder aus finanziell schwachen
Familien bedeutend erhöht und trägt somit zur Chancengleichheit bei.

Die Umsetzung dieser Ziele kann nur gelingen, wenn

• die Organisation und Koordination des Ganztagsangebots professionell und
zuverlässig ist,
• ausreichend pädagogisch geschultes Personal verfügbar ist und die Grup-
penstärke nicht zu groß wird,
• angemessene Räume zur Verfügung stehen und
• der Transport der Kinder gewährleistet ist.


Ergänzungen zum pädagogischen Konzept für eine offene Ganztagsschule an der Grundschule Süderneuland

1. Verpflegungskonzept

Die über Mittag betreuten Kinder erhalten eine preiswerte, gesunde Mahlzeit mit Speisen, die Kinder mögen.
Der Speiseplan orientiert sich an den Wünschen der Jungen und Mädchen. Die kindgerechte Ernährung ist ein besonderes Anliegen der Schule. Die in der Schule eingeübten Essgewohnheiten sollen sich festigen und zu einer nachhaltigen, gesunden Ernährungsweise führen. Dadurch kann auch Folgeerkrankungen durch falsche Ernährung vorgebeugt werden. Es gibt Kinder, die sich erst an regelmäßige warme Mahlzeiten gewöhnen müssen.
Das gemeinsame Mittagessen leistet einen Beitrag zur sozialen Erziehung. Kinder lernen in einer großen altersgemischten Gruppe angemessen miteinander umzugehen, einander zu helfen und Rücksicht zu nehmen.

2. Personaleinsatz

Verantwortlich für die Ganztagsschule ist die Schulleitung der Grundschule.
Eingesetzt werden im Nachmittagsbereich einige Lehrkräfte, pädagogisch erfahrene Honorarkräfte, Praktikanten, Ehrenamtliche mit pädagogischer Eignung.
Mögliche Kooperationspartner in Norden sind z. B. verschiedene Sportvereine wie z. B. der Süderneulander Sportverein (SSV), der Wassersportverein (WSV), der Tennisclub Blau-Gelb, das Mehrgenerationenhaus, die Kreismusikschule Norden, die Jugendkunstschule, die Tanzschule Karsten Reimer, freie Mitarbeiter/innen im kreativen Bereich

3. Organisationsrahmen

Für Mitarbeiter und Teilnehmer

Wichtigstes Organisationsmerkmal einer Offenen Ganztagsschule ist die Rhythmisierung des Tagesablaufs. Die Einführung eines wiederkehrenden Tagesablaufs vermittelt den teilnehmenden Kindern Sicherheit und Vertrautheit: Verlässliche Betreuung zwischen 7.50 und 15.30 Uhr, unterrichtsergänzendes Programm an zunächst drei Nachmittagen, gemeinsame Mahlzeiten, qualifizierte Hausaufgabenbetreuung, eventuell abgestimmte Fördermaßnahmen, Rückzugsmöglichkeiten und Freies Spiel, freizeitpädagogische Angebote von 14.15 – 15.15 Uhr. Die Teilnahme ist freiwillig. Nach Anmeldung allerdings ist der Besuch verpflichtend für ein Schulhalbjahr.

Folgendes zeitliches Raster ist für die Einführungsphase vorgesehen:

Zeit: Montags, dienstags und donnerstags
07.50 – 08.15 Uhr Frühbetreuung (an allen Tagen)
12.10 – 12.55 Uhr Unterricht bzw. Betreuung
13.00 – 14.30 Uhr Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung
14.30 – 15.15 Uhr Betreute Angebote
15.20 – 15.30 Uhr Abholzeit bzw. Abfahrt
Darüber hinaus gilt auch weiterhin das Angebot der freiwilligen Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag für die Schüler/innen der 3. und 4. Klassen.

(Überarbeitete Fassung März 2012)

Raumkonzept für die Umwandlung der Grundschule Süderneuland
in eine offene Ganztagsschule zum 01.08.2010

Ein Ganztagsschulbetrieb führt zwangsläufig zu einem höheren Raumbedarf. Unabhängig von der Vielfalt des Angebots am Nachmittag benötigt die Schule mehr Räume, die sich an den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler orientieren.
Bei der Planung des konkreten Raumkonzeptes sollten vier Gestaltungselemente berücksichtigt und umgesetzt werden:

- Lernen, Fördern und Üben
Klassen- und Fachräume
- Betreuung, Entspannung und Ruhephasen
Pausenhalle, Gruppenräume, Leseecken, Schülerbücherei, Ruheräume
und Nischen zum Zurückziehen sowie Sitzecken etc.
- Verpflegung und Gesundheit
Speiseraum/Mensa-Raum für Essensausgabe sowie Rückgabe mit Spülmöglich-
keit, Sanitätsraum etc.
- Begegnung, Freizeit und Öffnung von Schule
Pausenhof, Freigelände mit Sport- und Spielflächen, grünes Klassenzimmer,
Sporthalle, Sitzgruppen in der Schule und im Außengelände, Pausenhalle etc.


Erforderliche Maßnahmen an der Grundschule Süderneuland:

1. Für den erhöhten Raumbedarf in den Bereichen „Betreuung, Entspannung und Ruhephasen“ stehen zur Zeit kaum Räumlichkeiten zur Verfügung.
Wir halten daher den Bau einer Pausenhalle für unbedingt erforderlich.
Auch für den Vormittagsbetrieb wäre diese zusätzliche Räumlichkeit eine sinnvolle Ergänzung (Regenpausen, Schulforen etc.).

2. Speiseraum/Mensa
Umbau und Sanierung der Räume 1 und 2 im Altbau zu einer kleinen Mensa.
Essensausgabe mit Warmhaltefunktion, Spülen, Getränkeausgabe sowie kindgerechtes Mobiliar.
Die jetzige Betreuungsgruppe B müsste in einem anderen Raum untergebracht werden.

3. Schulhofumgestaltung
Seit dem Herbst 2006 wird an der Umsetzung einer kompletten Schulhofneugestaltung gearbeitet. Der Bewegungsbereich (Kletterspielgerät mit Rutsche und Brücke zu einem Hügel, Schaukelanlage und Reckstangen) ist fast fertig gestellt. Ein neuer Bolzplatz ist vor der Sporthalle entstanden. Ein Amphitheater mit angrenzendem Sandspielbereich ist in Bau sowie eine Ruhezone hinter dem Mehrzweckgebäude geplant. Darüber hinaus sollen die noch asphaltierte Schulhof-fläche sowie der Frontbereich an der Wurzeldeicher Straße z. B. durch Pflanzungen attraktiver gestaltet werden.
Eine finanzielle Unterstützung durch den Schulträger wäre hier sehr hilfreich.