- Lern- und Arbeitstechniken, soziale Kompetenzen –

Allgemein:
(aus dem Kopfteil der Kerncurricula)

Kompetenzen
„Kompetenzen umfassen Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten, aber auch Bereitschaften, Haltungen und Einstellungen, über die Schülerinnen und Schüler verfügen müssen, um Anforderungssituationen gewachsen zu sein. Kompetenzerwerb zeigt sich darin, dass zunehmend komplexere Aufgabenstellungen gelöst werden können. Deren Bewältigung setzt gesichertes Wissen und die Kenntnis und Anwendung fachbezogener Verfahren voraus. Schülerinnen und Schüler sind kompetent, wenn sie zur Bewältigung von Anforderungssituationen
- auf vorhandenes Wissen zurückgreifen,
- die Fähigkeit besitzen, sich erforderliches Wissen zu beschaffen,
- zentrale Zusammenhänge des jeweiligen Sach- bzw. Handlungsbereichs erkennen,
- angemessene Handlungsschritte durchdenken und planen,
- Lösungsmöglichkeiten kreativ erproben,
- angemessene Handlungsentscheidungen treffen,
- beim Handeln verfügbare Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten einsetzen,
- das Ergebnis des eigenen Handelns an angemessenen Kriterien überprüfen.

Kompetenzerwerb
Der Kompetenzerwerb beginnt bereits vor der Einschulung, wird in der Schule in zunehmender qualitativer Ausprägung fortgesetzt und auch im beruflichen Leben weitergeführt. Im Unterricht soll der Aufbau von Kompetenzen systematisch und kumulativ erfolgen; Wissen und Können sind gleichermaßen zu berücksichtigen.
Dabei ist zu beachten, dass Wissen „träges“, an spezifische Lernkontexte gebundenes Wissen bleibt, wenn es nicht aktuell und in verschiedenen Kontexten genutzt werden kann. Die Anwendung des Gelernten auf neue Themen, die Verankerung des Neuen im schon Bekannten und Gekonnten, der Erwerb und die Nutzung von Lernstrategien und die Kontrolle des eigenen Lernprozesses spielen beim Kompetenzerwerb eine wichtige Rolle.
Lernstrategien wie Organisieren, Wiedergabe von auswendig Gelerntem (Memorieren) und Verknüpfung des Neuen mit bekanntem Wissen (Elaborieren) sind in der Regel fachspezifisch lehr- und lernbar und führen dazu, dass Lernprozesse bewusst gestaltet werden können. Planung, Kontrolle und Reflexion des Lernprozesses ermöglichen die Einsicht darin, was, wie und wie gut gelernt wurde.

Struktur der Kerncurricula

Kerncurricula haben eine gemeinsame Grundstruktur: Sie weisen inhaltsbezogene und prozessbezogene Kompetenzbereiche aus. Die Verknüpfung beider Kompetenzbereiche muss geleistet werden.

- Die prozessbezogenen Kompetenzbereiche beziehen sich auf die Verfahren, die von Schülerinnen und Schülern verstanden und beherrscht werden sollen, um Wissen anwenden zu können. Sie umfassen diejenigen Kenntnisse und Fertigkeiten, die einerseits die Grundlage, andererseits das Ziel für die Erarbeitung und Bearbeitung der inhaltsbezogenen Kompetenzbereiche sind, zum Beispiel
a) Symbol- oder Fachsprache kennen, verstehen und anwenden,
b) fachspezifische Methoden und Verfahren kennen und
zur Erkenntnisgewinnung nutzen,
- Verfahren zum selbstständigen Lernen und zur Reflexion über Lernprozesse kennen und einsetzen,
- Zusammenhänge erarbeiten und erkennen sowie ihre Kenntnis bei der
Problemlösung nutzen.

Die inhaltsbezogenen Kompetenzbereiche sind fachbezogen; es wird bestimmt, über welches Wissen die Schülerinnen und Schüler im jeweiligen Inhaltsbereich verfügen sollen.
Kerncurricula greifen diese Grundstruktur unter fachspezifischen Gesichtspunkten sowohl im Primarbereich als auch im Sekundarbereich auf. Durch die Wahl und Zusammenstellung der Kompetenzbereiche wird der intendierte didaktische Ansatz des jeweiligen Unterrichtsfachs deutlich. Die erwarteten Kompetenzen beziehen sich vorrangig auf diejenigen fachlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, über die Schülerinnen und Schüler am Ende von Doppeljahrgängen verfügen sollen.
Wichtig ist auch die Förderung von sozialen und personalen Kompetenzen, die über das Fachliche hinausgehen.“

Die Schüler/innen sollen ein reiches Methodenrepertoire kennen lernen. Basis dafür könnte die „Didaktische Landkarte 4“ und das „Strukturmodell methodischen Handelns“ von Hilbert Meyer sein (H. Meyer, Unterrichtsmethoden I: Theorieband, 1988, S. 236 ff).

Basiskompetenzen werden in allen Fächern und Jahrgangsstufen eingeübt. Die Auswahl und Zuordnung erfolgt in den Fachkonferenzen.

Sozialformen
- Frontalunterricht (Klassenunterricht)
- Einzelarbeit
- Partnerarbeit
- Gruppenarbeit

Handlungsmuster, die sich verfestigen zu: Lehrgang, Kurs, Lektion, Trainingsprogramm, Projekt, Vorhaben, Workshop, o.ä.. Dabei sind die einzelnen Handlungsmuster nicht immer nur einem Bereich zuzuordnen.

Lehrgang
Handlungsmuster, die vorwiegend der Wissensvermittlung und der Dokumentation von Unterrichtsinhalten dienen:

- Lehrerexperiment
- Lehrerdemonstration
- Tafelarbeit
- Anfertigen und Verlesen von Unterrichtsprotokollen
- Schülergespräch
- Streitgespräch, Debatte
- Befragung, Interview
- Lehrervortrag
- Geschichten erzählen
- Schülerreferat
- Schülerexperimente
- Beobachtungsaufgaben
- fragend-, entwickelndes Gespräch
- Katechisieren
- Memorieren

Training
Handlungsmuster, die vornehmlich der Übung und Kontrolle dienen (leistungsorientiert; reproduzierend; individualisierend; hoher Grad an Fremdkontrolle, eher einfach zu benoten):

- Textarbeit
- Arbeit mit Bildern/Tabellen
- Karten- und Atlantenarbeit
- Arbeit mit dem Schulbuch
- Arbeit an Stationen
- Freiarbeit
- Theater- und Musikaufführungen
- Feste und Schulfeiern
-
Elternabende/Aktionen
-
Ausstellungen
- Arbeit mit Foto, Film, Video
- Bauen von Modellen
- Schülerzeitung, Schülerbuch
- Wandzeitung, Collage
- Klassenkorrespondenz
- Arbeit mit Standbildern
- Rollenspiel
- Planspiel
- Exkursion
- Projektwochen
- Erkundung
- Klassenfahrt





Beschluss der Gesamtkonferenz vom 02.07.2008